Coronabrief

Liebe Weggefährten, User, Betroffene und Angehörige.

Die Coronakrise veranlasst mich persönlich ein paar Zeilen an
Dich zu richten. Leider mussten wir, wie viele andere auch, unsere  Zusammenkünfte, Treffen und Veranstaltungen bis auf weiteres  einstellen. Gerade in Zeiten der Inanspruchnahme von gegenseitiger Hilfe und Bedarf an Austausch von
Informationen eines Krankheitsverlaufes sind das für uns alle gravierende Einschnitte für unser Innerstes und Wohlbefinden.

Coronavirus und Verlangenskrankheiten, (Süchte) gleich welcher Art haben vieles gemeinsam sind aber doch getrennt zu betrachten. Bei Corona wird uns gesagt was wir zu tun und zu lassen haben um die Krankheit nicht zu bekommen oder einzugrenzen, und das unter Sanktionen wie Bußgeld oder Strafe  bei Mißachtung!

Bei unserer Sucht dürfen wir selbst entscheiden, ob wir die gebotene Hilfe annehmen und auch umsetzen. In beiden Fällen gilt, bei Nichtbeachtung entweder eine Strafe, bei Corona durch die Behörden, sowie der Verlust der Gesundheit und körperliche Einschränkungen. Bei der Sucht ähnliches: Verlust des Arbeitsplatzes . der Freunde, des Partners, des Führerscheins, sozialer Abstieg, Verwahrlosung, Willenlosigkeit, Exitus. Corona fordert uns auf Masken zu tragen und schränkt unsere Freiheit und Selbstbestimmung ein. Bei der Sucht  tragen wir eine unsichtbare Maske nach außen und schränken unsere Handlungsfreiheit selbst ein. Unsere Sucht fordert nicht,- sie handelt einfach. Aus unserem Denken erfolgt unser Handeln. Da wir des freien Denkens nicht mehr fähig sind bestimmt unser Unterbewusstsein unser Handeln. Wir haben die Kontrolle über uns verloren. Solange wir auf der nassen Seite der Sucht sind  können  wir nicht mehr frei handeln, sondern sind Zwängen unterworfen die unser tägliches Leben bestimmen!

Du weißt selbst was ich meine, weil Du es kennst.

Ob Du Freund/in oder Helfer/in, oder aber Betroffene/r oder Angehörige/r bist, Jede/r führt seinen eigenen Monolog, bzw. aus seiner Sicht gesteuerten Dialog. Doch im Ergebnis sind alle gleich. Jede/r hat Recht.

Wir brauchen alle diese Probleme nicht, denn sie sind hausgemacht. Von uns selbst. Wir selbst haben es in der Hand etwas zu unternehmen und diesen Ritt im Kreis zu verändern.

Ich freue mich darauf, wenn endlich wieder die Sperren gelockert, bzw. aufgelöst werden um wieder aktiv am Leben der Selbsthilfe teil zu haben. Somit würde ich mich auch über Dich freuen wenn Du für Dich den Weg in die angebotene Hilfe finden würdest!

Am 31.03.2005 habe ich meinen Schritt in die Freiheit gefunden und lebe seither ohne einen Tropfen Alkohol und ich vermisse ihn nicht!

Danke für Deine Aufmerksamkeit

C.Apfel am 01.04.2020

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